Manche wundern sich, warum ich nicht ständig erreichbar bin.
Warum ich nicht jedes Wochenende irgendwo auftauche.
Warum ich mich nicht alle zwei Tage melde.
Aber ganz ehrlich?
Ich bin Mutter.
Ich bin Sportlerin.
Ich bin selbstständig.
Ich führe Trainings.
Ich betreibe eine Ferienwohnung.
Ich bin Spartan Brand Ambassador und dementsprechend sichtbar auf Social Media.
Ich mache mein komplettes Marketing selbst – Content, Planung, Website-Gestaltung, Kommunikation, alles.
Und nein, dazwischen bleibt kein imaginäres Zeitloch, das nur darauf wartet, mit „Lass mal spontan was trinken gehen“ gefüllt zu werden.

Mein Alltag ist kein Hobbyprojekt.
Selbstständigkeit bedeutet nicht:
„Oh cool, du bist flexibel!“
Selbstständigkeit bedeutet:
Wenn ich es nicht mache, macht es niemand.
Trainings vorbereiten.
Kurse geben.
Rechnungen schreiben.
Kooperationen managen.
Buchungen koordinieren.
Ferienwohnung putzen.
Gäste verwalten.
Social Media bespielen.
Content produzieren.
Und „nebenbei“ ein kleines Menschenwesen großziehen.
Ein Haushalt, der auch regelmäßig Aufmerksamkeit fordert, existiert übrigens ebenfalls.
Das ist kein Jammern.
Das ist mein bewusst gewähltes Leben.
Ich liebe, was ich tue.
Aber ich verteile meine Energie nicht wie Konfetti. ☝️
Sozial inkompatibel? Nö. Selektiv.
Nur weil ich nicht ständig irgendwo auftauche, heißt das nicht, dass ich keine Menschen mag.
Ich mag Menschen sogar sehr.
Nur eben nicht inflationär.
Ich brauche keine permanente Verfügbarkeit, um verbunden zu sein.
Ich brauche Qualität.

Tiefe statt Dauer-Chat
Und hier kommt etwas, das viele falsch einschätzen:
Wenn ich eine tiefe Freundschaft habe,
dann kannst du dich auf mich verlassen.
Ich bin loyal. Ich unterstütze.
Ich stehe hinter meinen Menschen – nicht nur, wenn es bequem ist.
Aber Freundschaft bedeutet für mich nicht,
dass wir uns jeden zweiten Tag updaten müssen.
Sie bedeutet:
Wir wissen, was wir aneinander haben.
Auch mit Pausen dazwischen.
Und ja – ich hasse Smalltalk.
Dieses „Und sonst so?“
„Na, alles gut?“
„Muss ja.“
Ich kann das.
Aber es gibt mir nichts.
Ich mag Gespräche, die tiefer gehen.
Gedanken, die hängen bleiben.
Visionen. Zweifel. Ideen.
Oberflächliches Geplänkel fühlt sich für mich an wie Warm-up – ohne Training danach.
Vielleicht versteht das nicht jeder.
Und das ist okay.
Aber lieber ein echtes Gespräch im Monat
als dreimal die Woche an der Oberfläche planschen.
Ich brauche keine Dauerparty.
Es gibt Menschen, die können kaum allein sein.
Brauchen permanente Beschallung.
Treffen. Calls. Nachrichten. Action.
Wenn mal zwei Tage Funkstille herrscht, fühlen sie sich vergessen.
Ich fühle mich in dieser Zeit produktiv.
Oder zufrieden.
Oder einfach ruhig.
Stille ist für mich kein Mangel.
Sie ist Luxus.
Ich verbringe sehr wohl Zeit mit Menschen.
Nur eben bewusst.
Zum Beispiel bei meinen Spartan Race Wochenenden.
🏃♀️ Da, wo Energie entsteht, nicht verpufft.
Ein ganzes Wochenende voller Fokus, Schlamm und echter Verbundenheit.
Menschen, die wissen, was Disziplin heißt.
Was Durchziehen bedeutet.
Was Ziele verfolgen wirklich kostet.
Da brauche ich kein oberflächliches „Und was gibt’s Neues?“
Da gibt’s echtes Erleben.


Ich bin mir selbst genug.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, der irritiert.
Ich brauche keine permanente Bestätigung.
Kein Gefühl, überall dabei sein zu müssen.
Ich mag mein Leben.
Meine Familie.
Meine Arbeit.
Meine Ziele.
Und ich komme gut alleine klar.
Das ist keine Arroganz.
Das ist Selbstsicherheit.
Und nein, das heißt nicht, dass man mich nicht mehr fragen darf.
Manchmal höre ich zwischen den Zeilen:
„Naja, die hat eh genug zu tun.“
„Die hat sicher keine Zeit.“
„Die sagt bestimmt wieder ab.“
Aber weißt du was?
Fragen darfst du trotzdem.
Ich entscheide bewusst.
Und genau das macht den Unterschied. 😉
Und ich freue mich über Einladungen.
Über ehrliche Fragen.
Über echtes Interesse.
Ich sage vielleicht nicht zu allem Ja.
Aber ich sage auch nicht zu allem Nein.
Ich mag ehrliche Verbindungen.
Verbindungen, die sich gegenseitig Energie geben und nicht rauben.
Ich mag Menschen, die verstehen, dass ein Nein kein persönlicher Angriff ist –
und ein Ja eine echte Entscheidung.
Und das ist doch eigentlich viel wertvoller
als ein halbherziges Zusagen aus Pflichtgefühl.
Wenn dich das triggert…
… frag dich vielleicht, warum.
Warum fühlt es sich wie Ablehnung an, wenn jemand einfach nur seinen Fokus lebt?
Warum wird Ruhe mit Desinteresse verwechselt?
Warum muss ständige Verfügbarkeit und spontane Treffen der Beweis für Zuneigung sein?
Vielleicht ist nicht meine „Zurückhaltung“ das Problem.
Sondern die Erwartung, dass jeder immer für alle zugänglich sein muss.
Ich bin nicht unsozial.
Ich bin nur nicht beliebig verfügbar.
Ich pushe meine Grenzen im Sport. Aber ich respektiere sie im Leben.
Vielleicht ist das hier einfach ein Impuls für alle, die lernen dürfen, ihre Grenzen ernst zu nehmen. 😉
